TransMusSites 14-45, Aufbau eines grenzüberschreitenden Netzwerks von Museen und Anlagen der beiden Weltkriege

Die Internetseite „Erinnerung 14-45“ präsentiert die Sammlungen aus zwei Weltkriegen, die in rund fünfzehn Themenmuseen in Westflandern, in den Departements Nord und Pas-de-Calais erhalten geblieben sind. Diese Initiative wird im Rahmen des Kooperationsprogramms der EU INTERREG IV France-Wallonie-Vlaanderen durchgeführt, das sich TransMusSites 14-45, entwicklung eines grenzüberschreitenden Netzwerks von Museen und Anlagen rund um die Kriege von 1914-1918 und 1939-1945 nennt.


Dieses Projekt hat zum Ziel, ein grenzüberschreitendes Netzwerk von Museen und Anlagen in Verbindung mit den beiden Weltkriegen aufzubauen. Das Gesamtbudget beläuft sich auf 2 248 525 € (zu 50% von der Europäischen Union finanziert).


Dieses Projekt schließt sechs französische und flämische Partner beiderseits der Grenze zusammen: das Departement Nord, Leiter des Projekts, das Departement Pas-de-Calais, die Provinz Westflandern, die Stadt Harnes, die Historische Gesellschaft von Villeneuve d’Ascq und des Gebiets Mélantois (Denkmahl Mémorial Ascq 1944) sowie das Fort de Seclin.


Die drei Gebietskörperschaften (die Provinz Westflandern, das Departement Nord und das Departement Pas-de-Calais) hatten den Wunsch, ein grenzüberschreitendes Netzwerk von Museen und Anlagen in Verbindung mit den beiden Weltkriegen aufzubauen. Das Projekt basiert auf der Erfahrung der Provinz Westflandern, die bereits das Netzwerk „
Krieg und Frieden in der Westhoek“ besitzt, das rund um den ersten Weltkrieg aufgebaut ist. Es wird also auf grenzüberschreitende Ebene übertragen, indem es auf die Anlagen und Museen des zweiten Weltkriegs ausgeweitet wird.

Ziel dieses europäischen Projekts ist es:

  • die Mittel gemeinsam zu nutzen und die lokalen kulturellen Akteure zu vereinen
  • den Austausch zwischen der Öffentlichkeit auf beiden Seiten der Grenze auszubauen
  • die Geschichte und die Erinnerung an die beiden Weltkriege zu übermitteln

Es folgt einer umfassenderen Dynamik der Entwicklung des Gedenktourismus in diesen Regionen.

Alle teilnehmenden Partner haben sich zusammengeschlossen und möchten bei der Umsetzung der folgenden Ziele beteiligt sein:

  • die Vernetzung und gemeinsame Nutzung der Mittel für die Gedenkstätten des Territoriums auf beiden Seiten der Grenze
  • die Einführung einer globalen Politik zur Aufwertung der Stätten
  • auf Aufwertung aller verfügbaren Quellen rund um die beiden Weltkriege
  • die Begleitung der Entwicklung der Themenmuseen in Bezug auf Fachwissen, Professionalisierung, Bestandsaufnahme und Erhaltung der Sammlungen mit gemeinsamen Instrumenten
  • die Vernetzung der Akteure (Arbeitsgruppen), wodurch der Erfahrungsaustausch, die Durchführung von Maßnahmen und von gemeinsamen regelmäßigen kulturellen und touristischen Veranstaltungen gefördert werden
  • die Entwicklung eines verbesserten Verkehrswesens für die Öffentlichkeit auf beiden Seiten der Grenze bei den Einrichtungen, den Stätten und den Museen in den betroffenen Gebieten
  • die Bestandsaufnahme und Vernetzung der Sammlungen der Museen über eine gemeinsame Vorgehensweise und eine gemeinsame Software

Diese Ziele kommen bei allen 6 Partnern durch konkrete Maßnahmen zum Ausdruck, die im europäischen Kooperationsprojekt „TransMusSites 14-45“ entwickelt wurden:

  • Bestandsaufnahme und Bewertung der Gedenklandschaften: da die Landschaft als letztes Zeugnis des ersten Weltkriegs anerkannt ist, ist es nötig, sie zu schützen und dies der Öffentlichkeit in den drei Gebieten verständlich zu machen. Über Erfahrungsaustausche bezüglich der Bestandsverzeichnisse, des Schutzes und der Bewertung der Gedenklandschaften der beiden Kriege haben die Partner eine gemeinsame Herangehensweise entwickelt und Bestandsverzeichnisse von Landschaften und deren Bewertung über eine Wanderausstellung verwirklicht: „Landschap in, Métamorphose du paysage“.
  • Durchführung von kulturellen Veranstaltungen und Lokalausstellungen, die innerhalb des grenzüberschreitenden Gebiets ausgetauscht werden können, und von gemeinschaftlichen Projekten, die von den Museen geleitet werden. Die Museen des grenzüberschreitenden Netzwerks haben gemeinsame zwei- bzw. sogar dreisprachige Ausstellungen und Wanderausstellungen erarbeitet, die in direkter Verbindung zu ihren Sammlungen stehen.
  • Durchführung der Bestandsaufnahme der spezialisierten Sammlungen, Professionalisierung des Personals und Hervorhebung der Sammlungen der Themenmuseen. Die Professionalisierung der Museen ruht auf mehreren Säulen:
  • eine fördernde Politik zur Beschaffenheit der Bestandsverzeichnisse: Die Departements Nord, Pas-de-Calais und die Provinz Westflandern haben die Arbeiten zur Bestandsaufnahme der Sammlungen gemeinsam verwaltet, und zwar durch den Kauf einer gemeinsamen Software. Diese Vorgehensweise erlaubt es somit, bestehende Verzeichnisse zu erhalten, die Bewegung der Gegenstände einfach zu verwalten und eine innovative transnationale Datenbank aufzubauen.
  • eine Politik zur Sammlung lebendiger Erinnerungen: Das Gebiet besitzt viele Erinnerungssaussagen über die Ereignisse des 20. Jahrhunderts: mit dem Labor GERiiCO (Interdisziplinäre Studien- und Forschungsgruppe für Information und Kommunikation) der Universität Lille 3 wurde daher ein Forschungsvertrag abgeschlossen, um eine Studie durchzuführen und Erinnerungen zu sammeln, bevor es die Menschen, die dieses geistige Erbe tragen, und die Sammler (unter anderem von Militärgegenständen) nicht mehr gibt.
  • eine Politik zur Ausstattung und Gestaltung der Stätten und Museen: Die Sammlungen der Themenmuseen werden aufgewertet, indem der Kauf von Ausstellungsmobiliar (beispielsweise Ausstellungsvitrinen), von Material zur präventiven Konservierung und von EDV-Material und Vermittlungsinstrumenten unterstützt wird.